Anonymisierte Datensätze – in etwa.

20. Februar 2017 |

Bestimmt ist Euch der Hinweis schon unter gekommen, dass Daten zu diesen und jenen Zwecken anonymisiert an den Hersteller oder andere Parteien übermittelt werden. Dabei werden personenbezogene Daten wie Namen, Adresse etc. von statistischen Daten wie Adressen der besuchten Webseiten, Verweildauer oder gekaufte Produkte getrennt – und somit anonymisiert.

Nun ist es allerdings wiederholt Wissenschaftlern gelungen aus anonymisierten Daten Rückschlüsse auf den Urheber der Daten zu ziehen.
In einem konkreten Experiment an der Stanford University wurden die Browserverläufe von 400 Freiwilligen analysiert. Es gelang bei rund 300 der Testpersonen, aus dem Browserverlauf auf den Twitter Account des Benutzers zu schließen – selbst dann, wenn der Benutzer den Account nur zum Lesen, nicht aber zum aktiven Schreiben in Twitter nutzte.

Details zur Studie finden sich hier:
randomwalker.info/publ…/browsing-history-deanonymization.pdf
Was nun bedeutet dieses Laborexperiment in der Praxis? Auch wenn die Voraussetzungen in realen Umgebungen komplexer sind, wird aufgezeigt, dass eine tatsächliche Anonymisierung von Daten de facto nicht möglich ist. Berücksichtigt man, dass die Datensätze über einen langen Zeitraum gespeichert bleiben können, muss damit gerechnet werden, dass künftige Technologien eine Rückverfolgung auf den Nutzer ermöglichen.

Was tun? Am besten im Bewusstsein handeln, dass es keine Anonymität im Internet gibt.
Ein Verstecken hinter der vermeintlichen Anonymität im Netz ist ein Trugschluss.
Kann ich dieser Entwicklung auch etwas Positives abgewinnen? Zumindest wird es schwieriger für „anonyme“ Nutzer Mitmenschen zu verunglimpfen und zu attackieren, ohne mit dem eigenen Handeln auch persönlich konfrontiert zu werden.

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